Ölradiator oder Konvektor: Was ist besser und sparsamer?
Ölradiator oder Konvektor? Beide laufen mit Strom aus der Steckdose, heizen aber spürbar unterschiedlich. Der Konvektor bringt einen kalten Raum schneller auf Temperatur. Der Ölradiator braucht länger, gibt seine Wärme dafür ruhiger und nach dem Abschalten noch eine Weile weiter ab.
Welcher besser ist, hängt deshalb vor allem davon ab, wie und wie lange ihr den Raum beheizen möchtet. Einen grundsätzlichen Stromspar-Sieger gibt es dagegen nicht.
Soll es schnell warm werden, würden wir eher zum Konvektor greifen. Für längere Heizphasen gefällt uns der Ölradiator durch seine trägere und angenehm gleichmäßige Wärmeabgabe besser. Bei gleicher elektrischer Leistung entscheidet über die Stromkosten aber vor allem, wie lange das Gerät tatsächlich heizt.
Ihr sucht einen Ölradiator?
Ruhige Wärme, wenig spürbarer Luftzug und eine gewisse Nachwärme nach dem Abschalten.
Die besten Ölradiatoren ansehenIhr sucht einen Konvektor?
Schnelle Raumwärme, kompakte Bauweise und eine direkte Reaktion auf die Thermostateinstellung.
Die besten Konvektoren ansehenÖlradiator oder Konvektor: Der Unterschied auf den Punkt gebracht
Technisch gehören beide zu den elektrischen Direktheizungen. Strom wird im Gerät in Wärme umgewandelt. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie diese Wärme in den Raum gelangt und wie schnell das Gerät darauf reagiert.
- heizt vergleichsweise langsam auf
- erwärmt zunächst Thermoöl und Metallkörper
- gibt Wärme gleichmäßig an den Raum ab
- bleibt nach dem Abschalten noch eine Zeit warm
- arbeitet praktisch lautlos
- reagiert schneller
- erwärmt direkt die durchströmende Raumluft
- warme Luft steigt auf und sorgt für Luftzirkulation
- kaum nennenswerte Wärmespeicherung
- Modelle ohne Gebläse arbeiten ebenfalls sehr leise
Was ist sparsamer: Ölradiator oder Konvektor?
Genau hier wird häufig zu viel versprochen. Ein Ölradiator spart nicht automatisch Strom, nur weil das Öl Wärme speichern kann. Diese gespeicherte Wärme wurde vorher ebenfalls mit Strom erzeugt.
Hat ein Ölradiator 2.000 Watt und ein Konvektor ebenfalls 2.000 Watt, benötigen beide bei einer Stunde durchgehend voller Heizleistung zunächst rund 2 kWh Strom.
Ein 2.000-Watt-Gerät kostet bei einer Stunde voller Heizleistung rechnerisch etwa 72 Cent. Vier Stunden ununterbrochener Volllastbetrieb wären etwa 2,88 Euro. In der Praxis schaltet ein Thermostat das Heizelement jedoch zwischendurch ab, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist.
Ob am Ende der Ölradiator oder der Konvektor weniger Strom benötigt, hängt deshalb stärker vom Raum, der gewünschten Temperatur, den Wärmeverlusten und der Laufzeit ab als von der Geräteart selbst.
Der Konvektor kann bei einem nur kurz genutzten Raum einen praktischen Vorteil haben, weil die gewünschte Wärme schneller verfügbar ist. Beim längeren Sitzen im Raum empfinden viele Nutzer dagegen die gleichmäßigere Wärmeabgabe eines Ölradiators als angenehmer.
Das Umweltbundesamt empfiehlt beim Heizen generell, die Raumtemperatur im Blick zu behalten und unnötiges Überheizen zu vermeiden. Als Richtwert für Wohnräume werden etwa 20 °C genannt. Mehr dazu findet ihr beim Umweltbundesamt zum richtigen Heizen.
Wann ist ein Ölradiator die bessere Wahl?
Der Name führt manchmal etwas in die Irre. Ein Ölradiator verbrennt kein Öl. Im geschlossenen Heizkörper befindet sich lediglich Thermoöl, das durch ein elektrisches Heizelement erwärmt wird.
Das heiße Öl erwärmt anschließend die Rippen des Radiators. Dadurch dauert der Start etwas länger als bei einem Konvektor. Ist der Radiator aber erst einmal warm, gibt der große Metallkörper seine Wärme gleichmäßig ab und bleibt auch nach dem Abschalten noch eine Weile warm.
- angenehme Wärme bei längerer Nutzung
- praktisch lautlos
- keine Ventilatorgeräusche
- spürbare Nachwärme
- durch Rollen meist gut mobil
- Raum wird nicht sofort warm
- meist schwerer als ein Konvektor
- Rippen sammeln relativ leicht Staub
- Nachwärme ist Komfort, aber keine kostenlose Energie
Wann ist ein Konvektor besser?
Der Konvektor nutzt natürliche Luftbewegung. Kühle Raumluft strömt unten in das Gerät, wird am Heizelement erwärmt und steigt anschließend nach oben. Dadurch entsteht eine kontinuierliche Luftzirkulation im Raum.
Der große Vorteil ist die schnelle Reaktion. Ihr schaltet das Gerät ein und bekommt vergleichsweise schnell warme Luft. Wird es ausgeschaltet, fehlt allerdings die größere Speichermasse eines Ölradiators.
- schnelle Wärme
- direkte Reaktion auf das Thermostat
- häufig leicht und kompakt
- gut für nur zeitweise genutzte Räume
- meist günstig in der Anschaffung
- kaum Nachwärme nach dem Abschalten
- stärkere Luftbewegung im Raum
- dadurch kann auch mehr Staub bewegt werden
- nur Modelle mit Zusatzgebläse erzeugen Ventilatorgeräusche
Welches Gerät passt zu welchem Raum?
Die Raumgröße allein entscheidet nicht. Mindestens genauso wichtig ist, ob der Raum zehn Minuten, zwei Stunden oder den ganzen Abend genutzt wird.
Wenn ihr für den Wohnraum neben zusätzlicher Wärme auch Wert auf die Optik legt, kann ein elektrischer Kamin mit Heizfunktion eine interessante Alternative sein. Weitere mobile Heizarten findet ihr in unserem Überblick zur mobilen Heizung.
Ölradiator oder Konvektor als Notheizung?
Fällt die normale Heizung zeitweise aus, können grundsätzlich beide Geräte einen einzelnen Raum überbrücken. Einen besonderen technischen Vorteil als Notheizung hat der Ölradiator nicht allein wegen seines Thermoöls.
Wollt ihr einen kalten Raum möglichst schnell nutzbar machen, ist der Konvektor im Vorteil. Soll das Gerät dagegen viele Stunden laufen und eine ruhigere Wärme abgeben, kann der Ölradiator angenehmer sein.
Für eine komplette Wohnung oder ein Haus würden wir beide Varianten nicht als dauerhaften Ersatz für eine vernünftige Zentralheizung sehen. Elektrische Direktheizungen können bei langen Laufzeiten schnell hohe Stromkosten verursachen.
Ölradiator, Konvektor und Heizlüfter im direkten Vergleich
Den Heizlüfter nehmen wir hier bewusst noch einmal mit auf. Er war auch in unserem ursprünglichen Vergleich enthalten und ist für sehr kurze Wärmeschübe durchaus eine Alternative.
| Kriterium | Ölradiator | Konvektor | Heizlüfter |
|---|---|---|---|
| Anschluss | Steckdose | Steckdose | Steckdose |
| Wärme verfügbar | eher langsam | schnell | sehr schnell |
| Nachwärme | deutlich vorhanden | kaum | praktisch keine |
| Geräusch | praktisch lautlos | meist sehr leise | deutlich hörbar |
| Luftbewegung | eher gering | deutlich vorhanden | stark |
| Gewicht | eher schwer | meist leichter | meist sehr leicht |
| Kurzer Einsatz | nur bedingt ideal | sehr gut | sehr gut |
| Längere Heizphase | angenehm | gut möglich | eher unangenehm |
| Thermostat | meist vorhanden | meist vorhanden | häufig vorhanden |
| Strombedarf bei gleicher Leistung | vergleichbar | vergleichbar | vergleichbar |
| Typische Stärke | ruhige, gleichmäßige Wärme | schnelles Aufheizen | sofortiger Wärmeschub |
Und was ist mit dem Heizlüfter?
Den guten alten Püsterich würden wir nicht komplett abschreiben. Wenn innerhalb weniger Minuten punktuell Wärme gebraucht wird, kann ein Heizlüfter genau richtig sein.
Für einen ganzen Abend im Wohnzimmer würden wir ihn dagegen weder einem Ölradiator noch einem leisen Konvektor vorziehen. Das Gebläse ist hörbar und sorgt für deutlich mehr Luftbewegung.
Was ist mit Infrarotheizung?
Infrarotheizungen arbeiten anders. Sie erwärmen stärker Personen und Oberflächen über Wärmestrahlung, statt in erster Linie die Raumluft aufzuheizen.
Wenn euch genau diese direkte Strahlungswärme interessiert, findet ihr unsere Empfehlungen für ein mobiles Infrarotheizung Standgerät. Für eine feste Montage haben wir außerdem einen separaten Vergleich zur Infrarot Wandheizung.
So haltet ihr den Stromverbrauch im Rahmen
Egal ob Ölradiator oder Konvektor: Die größten Einsparungen entstehen nicht durch Werbeversprechen am Gerät, sondern durch eine sinnvolle Nutzung.
- Raum nicht unnötig überheizen
- Thermostat sinnvoll einstellen
- nur die Räume heizen, die tatsächlich genutzt werden
- Fenster und Türen nicht dauerhaft gekippt lassen
- Gerät so aufstellen, dass die Wärme frei in den Raum gelangen kann
- bei nur zeitweiser Nutzung Timer oder Zeitschaltung verwenden
Die Nachwärme eines Ölradiators könnt ihr natürlich praktisch nutzen und das Gerät etwas früher herunterregeln. Sie sollte aber nicht als zusätzlicher Energiegewinn verstanden werden.
Unser Fazit: Ölradiator oder Konvektor?
Einen universellen Sieger gibt es nicht. Für uns ist die Entscheidung aber ziemlich einfach:
Konvektor: wenn ein kalter Raum schnell warm werden soll oder nur für kurze Zeit beheizt wird.
Ölradiator: wenn ihr längere Zeit im Raum bleibt und eine ruhige, gleichmäßige Wärme mit etwas Nachwärme bevorzugt.
Beim Stromverbrauch würden wir keinen der beiden pauschal zum Sieger erklären. Haben beide dieselbe Leistung und laufen gleich lange mit voller Heizleistung, ist auch der Strombedarf sehr ähnlich. Den Unterschied macht in der Praxis vor allem, welches Heizverhalten besser zu eurem Raum und eurer Nutzung passt.
Ölradiator passt besser?
Dann geht es hier direkt zu unseren aktuellen Empfehlungen und dem vollständigen Vergleich.
Ölradiatoren vergleichenKonvektor passt besser?
Hier findet ihr unsere aktuellen Konvektoren und die Unterschiede bei Ausstattung und Leistung.
Konvektoren vergleichenFAQ: Ölradiator oder Konvektor
Was ist besser: Ölradiator oder Konvektor?
Was ist sparsamer: Ölradiator oder Konvektor?
Verbraucht ein Ölradiator weniger Strom, weil er Wärme speichert?
Was wird schneller warm, Konvektor oder Ölradiator?
Welches Gerät eignet sich besser als Notheizung?
Muss das Öl im Ölradiator gewechselt werden?
Ist ein Konvektor laut?
Was ist für Allergiker besser?
Quellen und Hinweise
Für die Überarbeitung haben wir die technischen Unterschiede elektrischer Direktheizungen sowie aktuelle Verbraucherinformationen zum sparsamen Heizen berücksichtigt.
- Umweltbundesamt: Richtig heizen spart Geld und schützt die Umwelt
- Eigene Einordnung der Funktionsprinzipien von Ölradiator, Konvektor und Heizlüfter auf Basis der jeweiligen Gerätebauart.
Ich bin seit vielen Jahren leidenschaftlicher Camper und immer auf der Suche nach neuen Outdoor-Produkten, die mein Campingerlebnis so angenehm wie möglich machen.
Ich bin gelernter Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik und schreibe seit 2018 regelmäßig Vergleiche und teste Produkte.
Ich habe mich dabei auf technische Produkte rund um das Thema Energie im Privathaushalt spezialisiert, die erklärungsbedürftig sind.
Spannend finde ich es, den technischen Fortschritt auf diesem Markt zu beobachten, immer wieder Neues zu lernen, indem ich an Weiterbildungen teilnehme und meine Erfahrungen an euch weitergeben zu können. Seit 2022 erweitere ich meine Expertise vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien.
