Elektrischer Warmwasserspeicher: Welche Größe brauche ich?
Ein elektrischer Warmwasserspeicher kann nur 5 Liter fassen oder einen ganzen Haushalt mit Warmwasser versorgen. Entscheidend ist deshalb nicht möglichst viel Volumen, sondern die Frage: Wo und wofür braucht ihr warmes Wasser? Genau danach könnt ihr den passenden Speicher auswählen.
Für eine einzelne Spüle oder ein Waschbecken reicht häufig ein kleiner Untertischboiler. Für Dusche und Badezimmer braucht ihr deutlich mehr Wasser. Soll ein Speicher mehrere Personen oder mehrere Zapfstellen versorgen, kommen größere Wandgeräte oder Standspeicher infrage.
Bei Dusche und hohem Warmwasserbedarf solltet ihr allerdings nicht nur über einen Speicher nachdenken. Ein ausreichend leistungsstarker Durchlauferhitzer kann hier eine sehr gute Alternative sein, weil das Wasser erst beim Öffnen der Zapfstelle erhitzt wird und kein begrenzter Warmwasservorrat vorhanden ist.
Die schnelle Orientierung: Für Waschbecken und Küchenspüle reichen häufig 5 oder 10 Liter. Für Dusche und Bad kommen meist größere Wandspeicher infrage. Bei mehreren Personen und hohem Warmwasserbedarf kann ein großer Wandspeicher oder Standspeicher sinnvoll sein. Für Dusche und große Wassermengen ist außerdem ein leistungsstarker Durchlauferhitzer eine wichtige Alternative.
Welche Warmwasserspeicher Größe passt zu welchem Einsatz?
Die benötigte Größe hängt vor allem davon ab, wie viel warmes Wasser ihr am Stück benötigt. Händewaschen verbraucht wenig. Eine Dusche benötigt deutlich mehr und eine Badewanne stellt nochmals andere Anforderungen.
Deshalb ist es sinnvoller, einen elektrischen Warmwasserspeicher nach dem tatsächlichen Einsatz auszuwählen und nicht nur nach der Zahl der Personen im Haushalt.
| Einsatz | Orientierung | Geeignete Bauart |
|---|---|---|
| Waschbecken oder Gäste WC | 5 Liter | Untertischboiler oder Kleinspeicher |
| Küche mit Spülmaschine | meist 5 Liter | Untertischboiler |
| Küche mit häufigem Handspülen | eher 10 Liter | Untertischboiler |
| Dusche oder kleines Bad | etwa 30 bis 80 Liter | Wandspeicher oder Durchlauferhitzer |
| Bad mit höherem Warmwasserbedarf | etwa 80 bis 100 Liter | größerer Wandspeicher oder Durchlauferhitzer |
| Mehrere Personen und mehrere Zapfstellen | 100 bis 200 Liter und mehr | großer Wandspeicher oder Standspeicher |
5 oder 10 Liter für Küche und Waschbecken
Wenn ihr nur eine einzelne Spüle oder ein Waschbecken versorgen möchtet, ist ein großer elektrischer Warmwasserspeicher meist unnötig. Hier sind 5 oder 10 Liter Untertischboiler die typische Lösung.
Ein Gerät mit 5 Litern reicht häufig für ein Gäste WC, ein einzelnes Waschbecken oder eine Küche, in der hauptsächlich die Spülmaschine arbeitet. Wenn ihr dagegen regelmäßig größere Mengen Geschirr von Hand spült, können 10 Liter mehr Reserve bieten.
Konkrete Modelle findet ihr in unserem Untertischboiler Vergleich. Wenn ihr zwischen beiden Größen schwankt, hilft euch unser Ratgeber Untertischboiler mit 5 oder 10 Litern.
30 bis 100 Liter für Dusche und Badezimmer
Soll ein elektrischer Warmwasserspeicher auch eine Dusche versorgen, reichen 5 oder 10 Liter nicht mehr aus. Hier kommen größere Wandspeicher ins Spiel.
Übliche Größen sind beispielsweise 30, 50, 80 oder 100 Liter. Welche davon sinnvoll ist, hängt stark davon ab, wie lange geduscht wird und wie viel Wasser durch den Duschkopf fließt.
Kleiner Warmwasserbedarf
Kann für kurze Duschen und einen eher geringen Bedarf ausreichen. Bei kleinen Speichern spielen sparsamer Wasserdurchfluss und die Nachheizleistung eine wichtige Rolle.
Mehr Reserve beim Duschen
Bietet mehr Komfort und ist interessant, wenn etwas länger geduscht wird oder mehrere Warmwasserentnahmen nacheinander stattfinden.
Höherer Bedarf
Sinnvoll, wenn mehr warmes Wasser am Stück benötigt wird oder neben der Dusche weitere Zapfstellen versorgt werden.
Dabei bedeutet ein Speicher mit 80 Litern nicht automatisch, dass euch nur 80 Liter Duschwasser zur Verfügung stehen. Das heiße Wasser aus dem Speicher wird an der Armatur mit kaltem Wasser gemischt. Dadurch steht bei normaler Duschtemperatur eine größere Wassermenge zur Verfügung.
Gerade bei einer Dusche solltet ihr auch einen Durchlauferhitzer prüfen. Er hält keinen Wasservorrat warm, sondern erhitzt das Wasser direkt während der Nutzung. Dadurch müsst ihr nicht überlegen, ob ein Speicher mit 50, 80 oder 100 Litern nach mehreren Duschen leer ist.
Für Dusche und Badezimmer sind entsprechend leistungsstarke Geräte nötig. In unserem Ratgeber zu Durchlauferhitzern mit 18, 21 und 24 kW erklären wir, welche Leistung für welchen Einsatz interessant ist.
100 bis 200 Liter und mehr für hohen Warmwasserbedarf
Soll ein elektrischer Warmwasserspeicher mehrere Personen oder mehrere Zapfstellen versorgen, werden größere Speicher interessant.
Bei hohem Bedarf kommen Geräte mit 100 bis 200 Litern oder noch größerem Volumen infrage. Besonders große Warmwasserspeicher werden häufig als Standspeicher ausgeführt, weil Gewicht und Abmessungen eine Wandmontage zunehmend unpraktisch machen.
Mehr Volumen ist aber nicht automatisch besser. Ein unnötig großer Speicher benötigt mehr Platz und hält ständig eine größere Menge Wasser warm. Dadurch steigen auch die Wärmeverluste.
Ein zu kleiner Speicher ist ebenfalls ungünstig. Wird der Vorrat regelmäßig vollständig verbraucht, müsst ihr auf das erneute Aufheizen warten.
Unsere Empfehlung: Wählt die Größe nach eurem normalen Warmwasserbedarf und nicht nach einem seltenen Extremfall. Ein passender Speicher bietet genug Reserve, ohne dauerhaft unnötig viel Wasser warmzuhalten.
Untertischboiler, Wandspeicher oder Standspeicher?
Ein elektrischer Warmwasserspeicher lässt sich für den Hausgebrauch grob in drei Bauarten einteilen.
Untertischboiler
Für eine einzelne Zapfstelle wie Küchenspüle, Waschbecken, Gäste WC, Keller oder Werkstatt.
Wandspeicher
Für größeren Warmwasserbedarf im Badezimmer und je nach Dimensionierung auch für Dusche oder mehrere Zapfstellen.
Standspeicher
Für hohen Warmwasserbedarf, mehrere Personen und größere Speichervolumen.
Smarter elektrischer Warmwasserspeicher mit WLAN
Inzwischen gibt es auch größere Warmwasserspeicher mit WLAN, App Steuerung und intelligenten Zeitprogrammen. Das kann besonders dann interessant sein, wenn ihr nicht rund um die Uhr die gleiche Menge warmes Wasser benötigt.
- Aufheizzeiten über eine App festlegen
- die gewünschte Temperatur einstellen
- Abwesenheitszeiten berücksichtigen
- den Gerätestatus aus der Ferne prüfen
- teilweise Verbrauchsdaten einsehen
Ein smarter elektrischer Warmwasserspeicher spart aber nicht automatisch Strom. Der Vorteil entsteht vor allem dann, wenn ihr die Steuerung tatsächlich nutzt und unnötige Heizzeiten reduzieren könnt.
Beim Kauf sollten neben WLAN und App vor allem Speichergröße, Dämmung, Regelung und tatsächlicher Energiebedarf entscheidend bleiben.
Druckfest oder drucklos?
Neben der Größe müsst ihr prüfen, für welches Anschlusssystem der Speicher ausgelegt ist.
Drucklose Warmwasserspeicher werden häufig für eine einzelne Zapfstelle verwendet. Besonders viele kleine Untertischboiler gehören in diese Gruppe und benötigen eine passende Niederdruckarmatur.
Druckfeste Warmwasserspeicher arbeiten mit dem vorhandenen Leitungsdruck. Je nach Gerät können damit auch mehrere Zapfstellen versorgt werden.
Bei größeren Wandgeräten und Standspeichern gehören ein fachgerechter Wasseranschluss und die vom Hersteller vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen zur Installation.
Wie viel Strom verbraucht ein elektrischer Warmwasserspeicher?
Der Stromverbrauch hängt nicht nur von der Leistung des Heizstabes ab. Entscheidend sind vor allem die tatsächlich erwärmte Wassermenge, die eingestellte Temperatur, die Nutzung und die Wärmeverluste des Speichers.
Deshalb sollte ein elektrischer Warmwasserspeicher passend dimensioniert sein. Ein sehr großer Speicher bietet zwar viel Reserve, hält aber auch mehr Wasser auf Temperatur.
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf Energielabel und Produktdaten. Das Umweltbundesamt informiert zur Energieverbrauchskennzeichnung von Warmwasserbereitern und Warmwasserspeichern .
Für kleine Geräte haben wir außerdem den Stromverbrauch eines Untertischboilers ausführlich betrachtet.
Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer?
Ein elektrischer Warmwasserspeicher hält bereits erwärmtes Wasser bereit. Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser dagegen erst dann, wenn ihr den Wasserhahn oder die Dusche öffnet.
| Eigenschaft | Warmwasserspeicher | Durchlauferhitzer |
|---|---|---|
| Warmwasser | wird vorher gespeichert | wird bei Bedarf erwärmt |
| Platzbedarf | steigt mit der Speichergröße | meist kompakter |
| Warmwassermenge | durch den Vorrat begrenzt | kein klassischer Vorrat vorhanden |
| Dusche | Speicher muss ausreichend groß sein | bei ausreichender Leistung sehr gut geeignet |
| Elektroanschluss | abhängig von Größe und Gerät | leistungsstarke Geräte benötigen einen entsprechenden Anschluss |
Gerade bei Dusche und hohem Warmwasserbedarf lohnt sich deshalb der direkte Vergleich. Einen Überblick über passende leistungsstarke Geräte findet ihr bei unseren Durchlauferhitzern mit 18, 21 und 24 kW.
Für einzelne kleine Zapfstellen findet ihr bei uns außerdem Mini Durchlauferhitzer mit 230 Volt sowie Wasserhähne mit Durchlauferhitzer.
Wenn ihr wissen möchtet, welche laufenden Kosten entstehen können, findet ihr dazu unseren Ratgeber zu den Stromkosten eines Durchlauferhitzers.
So findet ihr den passenden Speicher
Wenn ihr noch unsicher seid, geht einfach diese Punkte der Reihe nach durch:
- Welche Zapfstellen sollen versorgt werden? Nur ein Waschbecken, eine Küche, Dusche, Bad oder mehrere Stellen?
- Wie viel warmes Wasser benötigt ihr am Stück? Händewaschen, Geschirrspülen, Duschen und Baden unterscheiden sich deutlich.
- Speicher oder Durchlauferhitzer? Besonders bei Dusche und größerem Warmwasserbedarf solltet ihr beide Systeme miteinander vergleichen.
- Welche Speichergröße passt? Für einzelne Zapfstellen reichen häufig 5 oder 10 Liter. Für Dusche und Badezimmer wird deutlich mehr Volumen benötigt.
- Wandgerät oder Standspeicher? Berücksichtigt Platz, Gewicht und Montagemöglichkeiten.
- Druckfest oder drucklos? Speicher und Armatur müssen zum Anschlusssystem passen.
- Braucht ihr smarte Funktionen? WLAN und App sind besonders interessant, wenn ihr Heizzeiten und Temperaturen gezielt steuern möchtet.
Unser Fazit: Der beste elektrische Warmwasserspeicher ist nicht automatisch der größte. Für eine Küchenspüle reichen oft 5 oder 10 Liter. Dusche und Badezimmer benötigen größere Wandspeicher. Bei mehreren Personen und hohem Bedarf kommen große Wandgeräte oder Standspeicher infrage. Für Dusche und große Warmwassermengen solltet ihr aber immer auch prüfen, ob ein leistungsstarker Durchlauferhitzer besser zu eurem Einsatz passt.
Bei Bleibwarm.de betrachten wir Warmwasserlösungen anhand technischer Daten, Speichergröße, Anschlussart, Energieverbrauch und praktischer Nutzung. Größenangaben verstehen wir bewusst als Orientierung. Die konkrete Auslegung hängt immer vom individuellen Warmwasserbedarf und der Installation vor Ort ab.
Mehr zu unserer Arbeitsweise findet ihr unter Über uns.
Häufige Fragen zum elektrischen Warmwasserspeicher
Welche Größe sollte ein elektrischer Warmwasserspeicher haben?
Für Waschbecken und Küchenspüle reichen häufig 5 oder 10 Liter. Für Dusche und Bad werden deutlich größere Speicher benötigt. Bei mehreren Personen und mehreren Zapfstellen können 100 Liter oder mehr sinnvoll sein.
Reichen 5 Liter für die Küche?
Wenn eine Spülmaschine vorhanden ist und ihr nur gelegentlich warmes Wasser an der Spüle benötigt, reichen 5 Liter häufig aus. Wer viel Geschirr von Hand spült, kann mit 10 Litern mehr Reserve haben.
Wie groß sollte ein Warmwasserspeicher zum Duschen sein?
Das hängt von Duschdauer, Wasserdurchfluss, Speichertemperatur und Nachheizleistung ab. Wandspeicher für diesen Bereich werden häufig mit 30, 50, 80 oder 100 Litern angeboten. Alternativ kann ein ausreichend leistungsstarker Durchlauferhitzer sinnvoll sein.
Ist ein Durchlauferhitzer zum Duschen besser als ein Warmwasserspeicher?
Das hängt vom Einsatz ab. Ein Durchlauferhitzer kann beim Duschen sehr komfortabel sein, weil kein begrenzter Warmwasservorrat vorhanden ist. Dafür benötigt ein leistungsstarkes Gerät auch einen geeigneten Elektroanschluss. Ein Warmwasserspeicher hält dagegen eine festgelegte Menge warmes Wasser bereit.
Was ist der Unterschied zwischen Wandspeicher und Standspeicher?
Ein Wandspeicher wird direkt an einer geeigneten Wand montiert. Ein Standspeicher steht auf dem Boden und eignet sich besonders für größere Speichervolumen und höheren Warmwasserbedarf.
Lohnt sich ein smarter Warmwasserspeicher mit WLAN?
Das kann sinnvoll sein, wenn ihr Heizzeiten und Temperaturen gezielt steuern möchtet. WLAN allein spart jedoch keinen Strom. Entscheidend ist, ob ihr die zusätzlichen Funktionen tatsächlich nutzt.
Was ist sparsamer, Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer?
Das hängt vom Verbrauch und vom Einsatz ab. Ein Warmwasserspeicher hat Wärmeverluste während der Speicherung. Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser erst bei Bedarf. Welche Lösung günstiger ist, hängt deshalb vom individuellen Warmwasserbedarf ab.
Braucht ein Warmwasserspeicher eine Niederdruckarmatur?
Nur bei einem drucklosen Speicher. Viele kleine Untertischboiler sind drucklos und benötigen deshalb eine Niederdruckarmatur. Bei einem druckfesten Speicher ist das Anschlusssystem anders.
Ich bin gelernter Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik und schreibe seit 2018 regelmäßig Vergleiche und teste Produkte.
Ich habe mich dabei auf technische Produkte rund um das Thema Energie im Privathaushalt spezialisiert, die erklärungsbedürftig sind.
Spannend finde ich es, den technischen Fortschritt auf diesem Markt zu beobachten, immer wieder Neues zu lernen, indem ich an Weiterbildungen teilnehme und meine Erfahrungen an euch weitergeben zu können. Seit 2022 erweitere ich meine Expertise vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien.
